Verhandlungen mit den Geldverleihern

 



 

Wir waren im Barangay, um ein paar kleine Einkäufe zu machen. Gerlinda hatte gerade etwas Fleischknochen an diesem Laden gekauft, als eine Frau und Mann in Motorradkleidung dazu kamen und ohne Umschweife der Ladenbesitzerin 10.000 Peso als Kreditanboten nach dem üblichen 5/6 Schema.

Eigentlich gibt es da nichts zu verhandeln, die Bedingungen liegen fest. Bei 10.000 Peso müsste die Frau 200 Peso am Tag zurückzahlen. Der Eintreiber kommt täglich, außer am Sonntag, dafür ist am Montag der doppelte Tagesbetrag zu zahlen. Kommt der Laden durch Feuer zu Schaden und wird zerstört, ist der Kredit automatisch getilgt. 5/6 sind nun mal 20 Prozent. Bei 10.000 Peso wären das 12.000 Peso rückzahlbar in 60 Tagen.

Vor ein oder zwei Jahren hatte Präsident Rodrigo nicht nur die indischen Geldverleiher, sondern alle Geldverleiher dieser Art auf dem Kieker und wollte die Inder alle ausweisen oder in den Knast bringen. Zudem beauftragte er die Landbank der Philippinen, diesen Kleingewerbetreibenen die benötigten Kredite zu gewähren. Das hat bisher wohl nicht geklappt. Ohne diese Untergrund-Finanzierung sähe es hier im Land recht düster aus. Mit anderen Worten, es geht wohl nicht ohne die Bombays, wie hier die indischen Geldverleiher heißen.

 

Man kann davon ausgehen, dass die Meisten dieser kleinen Geschäfte und Händler alle einen Kredit bei den Geldverleihern haben.

EIN VIDEO DES PHILIPPINEN MAGAZIN

Leben im Barangay # 004 – Kleine Einkäufe

 



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